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Wohnmobilstellplatz Meersburg: Direkt am Bodensee übernachten

Meersburg mit dem Wohnmobil: Kein Platz an der Promenade, Preise bis 26 Euro, und am Wochenende oft schon mittags voll. Ein ehrlicher Überblick über Stellplätze, Reservierungschancen und was wirklich zählt.

Wohnmobilstellplatz Meersburg: Direkt am Bodensee übernachten

Wohnmobilstellplatz Meersburg: der ehrliche Überblick

Es ist 18:42 Uhr an einem Freitag im Juli. Ich stehe mit meinem 7,40 Meter langen Kastenwagen am Ortsrand von Meersburg, die Parkscheibe liegt auf dem Armaturenbrett, und vor mir steht ein Wohnmobil, das gerade den letzten freien Platz ergattert hat. Der Fahrer grinst, ich fluche leise. Genau solche Abende sind der Grund, warum ich anfange, über Stellplätze zu schreiben.

Meersburg ist eine dieser Städte, die man entweder liebt oder an denen man verzweifelt. Die Altstadt mit ihrem Fachwerk, die Burg, der Blick über den Bodensee – alles wunderschön. Und alles voll. Wer mit dem Wohnmobil anreist, muss sich entscheiden: Stellplatz in der Stadt, Stellplatz am Ortsrand, oder weiterfahren nach Uhldingen oder Friedrichshafen. Ich habe in den letzten Jahren alle Varianten durchprobiert. Manche waren gut. Manche waren eine Lehre.

Wichtige Erkenntnisse

  • Meersburg hat mehrere Wohnmobilstellplätze, aber keinen einzigen direkt an der Uferpromenade – wer das sucht, ist falsch informiert.
  • Die Preise liegen grob zwischen 19 und 26 Euro pro Nacht, je nach Saison und Platz.
  • In der Hauptsaison (Juli/August) füllen sich die Plätze am Wochenende oft schon am frühen Nachmittag.
  • Eine Reservierung ist bei den meisten Plätzen nicht möglich – wer ankommt, nimmt was frei ist.
  • Der Bus in die Altstadt ist zuverlässig, aber er fährt nicht ewig.
  • Meersburg ist ein Tagesausflugsziel – die Stadt lebt von Tagestouristen, nicht von Campern. Das merkt man.

Wo steht man überhaupt? Die Plätze im Vergleich

Meersburg hat keine einzige große Stellplatzanlage, sondern mehrere kleinere. Das ist wichtig zu verstehen, weil manche Karten im Internet einen zentralen Platz suggerieren, den es so nicht gibt.

Allmend: der Klassiker am Rand

Der Platz an der Allmend ist der, den die meisten zuerst finden. Rund 20 Stellplätze, befestigter Untergrund, Stromanschluss, Frischwasser und Entsorgung für Grauwasser und Chemietoilette. Ver- und Entsorgung läuft über Kartensysteme, das Frischwasser kostet extra – irgendwas um einen Euro für 80 bis 100 Liter, je nach Automat.

Was mir gefällt: Die Zufahrt ist unkompliziert, auch mit einem größeren Fahrzeug. Was mich nervt: Bei voller Belegung steht man dicht an dicht. Wer Wert auf Privatsphäre legt und morgens nicht in den Kaffeeduft des Nachbarn einatmen möchte, ist hier falsch. Ich habe dort zwei Nächte gestanden und in der zweiten Nacht beschlossen, dass ich das nicht mehr brauche.

Ergeten: der Platz mit Busanschluss

Ergeten liegt etwas weiter vom Zentrum weg, hat aber deutlich mehr Kapazität – ich meine mich an knapp 40 Plätze zu erinnern, und das macht einen Unterschied, wenn man an einem Samstagabend ankommt. Hier fährt der Bus Richtung Altstadt und See, tagsüber im 20-Minuten-Takt. Das ist praktisch, weil man das Wohnmobil stehen lassen kann.

Die Rezensionen zu Ergeten gehen auseinander, und das kann ich nachvollziehen. Die einen loben die Ruhe und den Bus. Die anderen beschweren sich über den Zustand der Sanitäranlagen oder über den Preis in der Hochsaison. Ehrlich gesagt: Wer hier einen Wellnessurlaub erwartet, wird enttäuscht. Wer einen Stellplatz mit Strom und Wasser sucht, um von dort die Region zu erkunden, ist gut bedient.

Weitere kleine Plätze und was sie taugen

Neben Allmend und Ergeten gibt es noch kleinere Anlagen rund um Meersburg, teils privat betrieben. Ein Platz an der alten Brennerei wird immer wieder genannt, ebenso Angebote in Richtung Alpaka-Camping, die eher auf Erlebnis und Familie zielen als auf klassisches Camping.

Mein Rat: Verlassen Sie sich nicht auf Hörensagen. Rufen Sie vorher an, wenn Sie an einem Feiertagswochenende oder während eines Events anreisen wollen. Die Nummern stehen auf den offiziellen Seiten der Stadt und der Betreiber.

Platz Kapazität (ca.) Preisniveau Bus ins Zentrum Für wen geeignet
Allmend ~20 Plätze mittel (rund 23 €/24 h) ja, fußläufig erreichbar Kurzaufenthalte, Durchreisende
Ergeten ~38 Plätze saisonal (19–26 €/Nacht) ja, alle 20 Minuten Familien, längere Aufenthalte
Kleinere/private Plätze variiert stark variiert oft nur mit Auto je nach Ausstattung

Preise, Bezahlung und der kleine Haken

Ich zahle in Meersburg zwischen 19 und 26 Euro pro Nacht. In der Hochsaison tendenziell mehr, in der Nebensaison deutlich weniger. Das klingt fair – bis man merkt, dass Strom, Wasser und Entsorgung teils extra abgerechnet werden.

Preise, Bezahlung und der kleine Haken

Die Bezahlung läuft je nach Platz über Kartenautomaten, EC oder Apps wie easypark. Manche Automaten akzeptieren Bargeld, andere nicht. Ich habe einmal am Automaten gestanden, weil mein Kreditkarten-Chip nicht gelesen wurde, und musste den ganzen Platz suchen, bis ich jemanden mit Kleingeld fand. Seitdem habe ich immer ein paar Münzen und eine zweite Karte dabei. Klingt banal, spart aber Nerven.

Kurz gesagt: Prüfen Sie vor der Anreise, welche Bezahlmittel der Platz akzeptiert. Und rechnen Sie damit, dass die Höchstaufenthaltsdauer begrenzt ist. An manchen Plätzen sind es 72 Stunden, an anderen drei Tage. Wer länger bleiben will, muss weiterziehen.

Anfahrt, Öffnungszeiten und praktische Stolperfallen

Meersburg liegt am Nordufer des Bodensees, die B31 und die Fähre nach Konstanz sind in Reichweite. Die Anfahrt selbst ist unkompliziert – die Parkplatzsituation nicht.

Wann sollte man ankommen?

Meine Erfahrung aus mehreren Aufenthalten: Wer an einem Freitag oder Samstag nach 14 Uhr ankommt, spielt Lotterie. In der Hauptsaison sind die Plätze oft mittags voll. Dienstag bis Donnerstag ist die Lage entspannter, außerhalb der Ferien sowieso.

Ein Bekannter von mir kam letztes Jahr während eines Weinfests an und musste bis nach Uhldingen ausweichen. Kein Drama, aber auch nicht das, was er geplant hatte.

Wie lange darf man stehen?

Unterschiedlich. Manche Plätze erlauben bis zu 72 Stunden, andere begrenzen auf drei Tage. Wer länger bleiben möchte, muss weiterziehen. Das ist kein Meersburg-Spezifikum, sondern am Bodensee weit verbreitet – man will die Plätze nicht zu Dauercamping werden lassen.

Ist der Platz hundefreundlich?

Ja, Hunde sind auf den meisten Plätzen erlaubt. Anleinen ist selbstverständlich, und in der Hochsaison würde ich mir nicht vorstellen, einen Hund über die volle Uferpromenade zu führen. Zu voll, zu warm.

Gibt es einen Wohnmobilstellplatz direkt an der Uferpromenade?

Nein. Und das ist einer der häufigsten Irrtümer, dem ich bei der Recherche begegnet bin. Meersburg hat keinen Wohnmobilstellplatz an der Uferpromenade. Die Promenade selbst ist Fußgängerbereich, und Parken für Wohnmobile ist dort nicht vorgesehen.

Gibt es einen Wohnmobilstellplatz direkt an der Uferpromenade?

Was es gibt: Stellplätze am Ortsrand, von denen aus man in 10 bis 20 Minuten zu Fuß oder per Bus zur Promenade gelangt. Das ist der Preis dafür, dass Meersburg seine Altstadt halbwegs autofrei hält. Wer direkt am Wasser stehen will, muss nach Friedrichshafen oder an einen der Campingplätze am Seeufer ausweichen.

Campingplatz oder Stellplatz: was ist die bessere Wahl?

Ich habe beides gemacht und würde je nach Reise entscheiden.

  • Stellplatz: günstiger, meist ohne Reservierung, weniger Komfort, oft nur Strom und Wasser.
  • Campingplatz: teurer, mehr Infrastruktur (Duschen, Sanitär, manchmal Pool), aber auch mehr Trubel.
  • Für eine Nacht auf der Durchreise: Stellplatz.
  • Für eine Woche mit Kindern, die schwimmen wollen: Campingplatz.
  • Für ein Wochenende zu zweit mit Lust auf Altstadt: Stellplatz am Ortsrand, Bus nehmen, gut ist.

Was ich nicht empfehle: sich ohne Plan auf einen der Plätze zu stellen und zu hoffen, dass alles klappt. Das geht schief, und dann steht man um 19 Uhr ratlos da.

Wohin, wenn alles voll ist?

Das passiert. Und dann hilft es, Alternativen zu kennen.

Wohin, wenn alles voll ist?

Die naheliegendste ist Uhldingen-Mühlhofen, ein paar Kilometer westlich. Dort gibt es Stellplätze mit ähnlicher Ausstattung, und die Pfahlbauten sind einen Besuch wert. Wer mehr Auswahl und Infrastruktur will, fährt nach Friedrichshafen – dort gibt es mehrere Wohnmobilstellplätze, teils mit Blick auf den See.

Ich selbst bin einmal nach Friedrichshafen ausgewichen und habe dort zwei Nächte verbracht, weil der Platz voll war und ich keine Lust auf Suchen hatte. War okay. Nicht Meersburg, aber okay.

Mein Fazit

Meersburg ist ein schöner Ort mit einem strukturellen Problem: Es gibt zu wenige Stellplätze für zu viele Wohnmobile. Wer das vorher weiß und entsprechend plant – früh anreisen, unter der Woche, Bezahlmittel prüfen, Alternativen kennen – wird trotzdem eine gute Zeit haben. Wer sich auf gut Glück an einem Juliwochenende um 17 Uhr an die Promenade stellt und hofft, wird enttäuscht.

Und das ist eigentlich die ehrlichste Antwort, die ich geben kann: Der schönste Moment ist nicht der Platz selbst. Es ist der Moment, wenn Sie nach einem Busfahrt durch den Ort oben an der Burg stehen, der See unter Ihnen liegt, und Ihr Wohnmobil irgendwo am Ortsrand auf Sie wartet. Dann relativiert sich die Parkplatzsuche.

Fast.

Niklas Schneider

Niklas Schneider

Niklas Schneider arbeitet seit über zehn Jahren als Journalist mit einem festen thematischen Schwerpunkt auf den Schnittmengen von kulinarischen Entdeckungen, nachhaltigem Reisen sowie Natur- und Abenteuererlebnissen. In seinen Reportagen und Analysen verbindet er praktische Reiseerfahrungen mit Berichten über regionale Esskulturen und ökologische Zusammenhänge. Sein beruflicher Werdegang umfasst die redaktionelle Betreuung dieser Themenbereiche sowie die Durchführung eigener Recherchereisen zu Landwirtschaft, Wildnisgebieten und lokalen Lebensmittelproduzenten.

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